Dienstag, 6. Juni 2017

[Rezension] Federgrab (Ein Fall für Kommissar Munch, Band 2) von Samuel Bjork

Titel: Federgrab (Ein Fall für Kommissar Munch, Band 2)                                
Autor: Samuel Bjørk
Laufzeit: 8 h, 58 Minuten
Verlag: der Hörverlag (17. Oktober 2016)
Jetzt kaufen: Hörbuch, Broschiert, E-Book

Vom mir empfohlenes Alter: 16 Jahre
Gerne: Thriller
Sprache: Deutsch
Bewertung: 4 Sterne



Kurzbeschreibung

Nordische Spannung vom Feinsten!

Aus einem Jugendheim bei Oslo verschwindet ein siebzehnjähriges Mädchen. Einige Zeit später wird sie tot im Wald gefunden – gebettet auf Federn, umkränzt von einem Pentagramm aus Lichtern und mit einer weißen Blume zwischen den Lippen. Die Ermittlungen von Kommissar Holger Munch und seiner Kollegin Mia Krüger drehen sich im Kreis, bis der IT-Spezialist des Teams von einem mysteriösen Hacker kontaktiert wird. Der zeigt ihm ein verstörendes Video, das neue Details über das Schicksal des Mädchens enthüllt. Und am Rande der Aufnahmen ist der Mörder zu sehen, verkleidet als Eule, der Vogel des Todes …

"An Dramatik und Spannung kaum zu überbieten – und das ist auch ein Verdienst von Sprecher Dietmar Wunder.“ NDR zum Vorgängerband "Engelskalt"



Meine Empfehlung

Nach "Engelskalt" geht es mit "Federgrab"   spannend in der Kommissar-Munch-Reihe weiter.  Holger Munch und Mia Krüger sind mir bereits bekannte Charaktere und sie ermitteln wieder in einem grausamen Mordfall. Die mysteriösen Vorfälle rund um den Mord und neuen Erkenntnisse dazu, lassen das Ermittlerteam staunen. Wer hätte gedacht, dass die bizarren Zusammenhänge, dann zu so einem Finale in diesem Fall führen würden.

Schon wieder gibt es eine familiäre Verstrickung von Holger Munch, seine Tochter Miriam wurde zwar interessant in den Plot integriert, doch warum es ausgerechnet wieder seine Tochter sein musste, ist mir nicht ganz klar. Das immer wieder zur ihrer Perspektive gewechselt wird und es einem nicht bewusst ist, was Mirjams Geschichte mit dem Fall zu tun hat, wirkt sich negativ auf den Spannungsbogen aus.

Mir hat es auch gar nicht gepasst, dass sie sich, nur weil es in ihrer Beziehung mit ihrem Mann nicht gerade gut läuft und es nicht mehr so funktioniert, wie sie es gerne hätte, sie dann einfach nach anderen Typen Ausschau hält. Solch eine Charakterschwäche respektiere ich grundsätzlich nicht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung zu Miriam.

Mia Krüger kommt immer noch nicht über die Geschehnisse mit ihrer toten Schwester hinweg. Sie ist neben der Spur, trinkt für meinen Geschmack zu viel Alkohol, schluckt zu viele Muntermacher und will ihre Vergangenheit einfach nicht loslassen. Wie kann ein so intelligenter Mensch wie sie, sich so an dem Erlebten festbeißen. Das ist doch kein Leben, was sie da führt!

Der gewöhnungsbedürftige Schreibstil ist ja für mich nun nicht mehr neu, der Drama-King und Autor Samuel Bjork setzt seine Thriller Reihe gewohnt dramatisch fort. Teilweise trivial ausführliche, abgehackte Sätze und zu viele Handlungsstränge, mit vielen wichtigen darunter, die relativ abgeflacht abgehandelt werden. Ständige Wiederholung der Namen (Vor- und Nachname) sind mir wirklich ein Dorn im Auge, immer wieder und kurz hintereinander in ein und demselben Kapitel nerven und unterbrechen den Lesefluss. Aber das ist wie gesagt "nichts Neues", einen Schreibstil ändert schließlich keiner über Nacht.

Eine gute Fortsetzung, aber ohne einen ersichtlichen Steigerungseffekt zum Vergleich. Beim ersten Teil wurde der Leser von einer Horrer-Schocker-Szene nach der anderen mit Spannung bei Laune gehalten. In "Federgrab" stellt man uns einen Mordfall vor und dann wird ermittelt und geredet, die Spannung plätschert derweil am Leser vorbei. Zu den Vorfällen möchte euch an dieser Stelle keine Details nennen, dafür finde ich die Kurzbeschreibung schon ausführlich genug. Nicht das ich euch noch den Drahtzieher verrate! Aber Eins sei gesagt; die Darstellung der irrationalen Persönlichkeiten, ist gut geglückt, dieser Teil hat mich beim Autor schon positiv überrascht. Und hier noch ein Spannungspluspunkt: Bis zum Schluss, erst als der Täter genannt wurde, bin ich nicht dahintergekommen. Nicht mal ein bisschen.

Fazit - Bewertung: 4 Sterne

Zusammenfassend hat mir der 2 Band „Federgrab“ wirklich gut gefallen. Der Fall war gut ausgearbeitet, hatte viele glaubwürdige Wendungen und nachvollziehbare Ermittlungen. Immer wieder wird die Geschichte von einem potenziellen Verdächtigen gezeigt oder auch die Vergangenheit des Mörders, ohne dabei zu voreilig zu verraten, wer der wahre Mörder ist.

Ich bin der festen Überzeugung, dass ich zum Vorleser nichts weitersagen muss, denn jeder der meine Rezensionen bisher gelesen hat, weiß dass ich ein Fan von Dietmar Wunder bin.


Autor

Hinter dem Pseudonym Samuel Bjørk steht der norwegische Autor, Dramatiker und Singer-Songwriter Frode Sander Øien. Er wurde 1969 geboren, schrieb im Alter von 21 Jahren sein erstes Bühnenstück und veröffentlichte seitdem zwei hochgelobte Romane sowie sechs Musikalben. Sein erster Thriller, „Engelskalt“, wurde ein Bestseller. Derzeit lebt und arbeitet er in Oslo.

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav- Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

Gelesen von...

Dietmar Wunder verdankt den "James-Bond"-Filmen mit Sean Connery seinen Weg ins Filmgeschäft. Heute ist er als Schauspieler, erfolgreicher Synchron- sowie Hörbuchsprecher und Dialogregisseur tätig. Er ist die deutsche Stimme vom aktuellen "James Bond"-Darsteller Daniel Craig sowie von Adam Sandler, Cuba Gooding Jr., Omar Epps und Sam Rockwell. Wunder wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, darunter der Deutsche Synchronpreis 2008 für die Dialogregie der TV-Serie Weeds und der Ohrkanus 2011 in der Kategorie „Beste Lesung Kinder/Jugendliche“. Wunder ist aber auch vor der Kamera zu sehen, so u. a. in Uli Edels "Der Baader Meinhof Komplex". Beim Los Angeles Reel Film Festival 2010 erhielt er den Award „Best Supporting Actor“ für seine Rolle im Thriller "Not Worth A Bullet". Im Hörverlag ist Dietmar Wunder u. a. in der Lesung von "Das Lied der Freiheit" von Ildefonso Falcones zu hören.