Montag, 12. September 2016

[Rezension] DIE WAHRHEIT von Melanie Raabe


Titel: Die Wahrheit
Autor: Melanie Raabe
Laufzeit: 8h, 30 Minuten
Verlag: der Hörverlag (29. August 2016)
Jetzt kaufen: Hörbuch, Broschiert, E-Book

Vom mir empfohlenes Alter: 16 Jahre
Gerne: Thriller, Entführung, Drama
Sprache: Deutsch
Bewertung: 3 Sterne



Kurzbeschreibung

Vor sieben Jahren ist der reiche Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Seine Rückkehr löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle: Was wird werden? Gibt es noch eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah. Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes Leben …

Gelesen von den prominenten Schauspielern Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann und Devid Striesow.

Meine Empfehlung
 
Seit ihrem Thriller Debüt "Die Falle" im letzten Jahr, hat die Autorin Melanie Raabe viele begeisterte Leser gewonnen.  Daher waren meine Erwartungen an ihren zweiten Thriller "Die Wahrheit" relativ hochgesetzt. Das geheimnisvolle Cover und der vielversprechende Plot haben meine Neugierde geweckt. Nachdem ich Sarah beim Lesen endlich kennen lernen durfte, verstand ich auch das Cover und finde das es gut getroffen wurde. Mit Sarah selbst konnte ich nicht so wirklich warm werden. Sie ist mir einen ticken zu naiv, rastet total aus und überlegt viel später rational über die Geschehnisse.
 
Der Schreibstil an sich ist flüssig, gerade heraus und sehr überdeutlich, so das keine Missverständnisse entstehen sollten. Dabei vertieft sich die Autorin etwas zu sehr in Nebensächlichkeiten und zieht so alles in die Länge, ohne das wirklich etwas bedeutendes passiert. Falls damit Spannung aufgebaut werden sollte, dann ist es etwas zu viel des Guten geworden. Manchmal ist weniger, eben doch mehr. Für meinen Geschmack, ist das gesamte Buch viel zu langatmig aufgebaut. Es sind keine Phasen - die ich hätte nachvollziehen können - sondern das ganze Buch, dass von den detaillierten Beschreibungen durchzogen ist. Dadurch entstehen meiner Meinung nach, auch noch einige Wiederholungen.  Die Beziehung zwischen Sarah und ihrem Sohn, den Freunden und Nachbarn sind gut beschrieben und wirken authentisch. Leider wurde mir die Ausführlichkeit zu viel, ab dem Zeitpunkt als der Fremde auf der Bildfläche erschien, empfand ich einige Handlungen als unlogisch, irgendwie nicht realistisch genug.

Wenn man solange braucht um sich durch die Geschichte durchzuwühlen, dann erwartet man eigentlich ein bombastisches Ende. Aber nichts dergleichen ist geschehen und lässt mich enttäuscht zurück. Ich will euch die Lösung nicht wegnehmen, aber so viel sei verraten: Das verhalten von Sarah und des Fremden, kann ich im Nachhinein so ganz und gar nicht nachvollziehen!


Fazit - Bewertung: 3 Sterne
 
Mein Fazit aus diesem Buch ist, dass Melanie Raabe einen sehr intensiven Schreibstil hat, ich leider nicht über die ganze Umsetzung des Plots begeistert bin und das "Die Wahrheit" verwirrend ist. 
 
Darüberhinaus ist das für mich kein Thriller, aber ein Dramatischer-Roman schon eher. 
 
 
Autor

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman "Die Falle" wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland.
 
 
Gelesen von...

Andreas Pietschmann, 1969 in Würzburg geboren, besuchte die Westfälische Schauspielschule in Bochum, gefolgt von Engagements am Schauspielhaus Bochum und Zürich, am Thalia Theater in Hamburg und am Berliner Maxim Gorki Theater. Ferner übernahm er diverse Rollen in Filmen und im Fernsehen (u. a. in "FC Venus", "Sonnenallee", "GSG9", "Tatort", "Hindenburg", "Böseckendorf", "Polizeiruf 110"). Darüber hinaus ist er an zahlreichen Rundfunkproduktionen beteiligt gewesen. Im Hörverlag ist Andreas Pietschmann in den Hörspielen "Baudolino" von Umberto Eco, "Otherland" von Tad Williams, "Wassermusik" von T. C. Boyle, sowie Ulrich Bassenges "Walk of Fame" (2008) zu hören.


Nina Kunzendorf, geboren 1971, spielte sich nach Abschluss ihres Schauspielstudiums an den großen Theaterbühnen in Mannheim, Hamburg und München in die Herzen des Publikums. Landesweite Berühmtheit erlangte sie durch ihre Rolle der Krankenschwester Andrea in der Fernsehproduktion „Marias letzte Reise“, für die sie 2005 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Nur ein Jahr später erhielt sie für ihre darstellerische Leistung in „Polizeiruf 110 – Der scharlachrote Engel“ unter der Regie von Dominik Graf den Adolf-Grimme-Preis. Seit 2011 ermittelt sie neben Joachim Król als Tatort-Kommissarin für den Hessischen Rundfunk in Frankfurt. Als Sprecherin ist Nina Kunzendorf in den Hörverlags-Produktionen „Doktor Faustus“ von Thomas Mann und „Die schönsten Märchen“ von Hans Christian Andersen und Wilhelm Hauff zu hören.


Devid Striesow wurde 1973 auf Rügen geboren. Sein Leinwanddebüt gab er 2000 in Kalt ist der Abendhauch, seitdem ist Striesow ein vielbeschäftigter Mann. Auch in Sachen Krimi: Seit 2013 spielt er den Saarbrücker Tatort-Ermittler Jens Stellbrink. Striesow lebt mit seiner Frau und vier Kindern in der Nähe von Berlin.