Sonntag, 31. Juli 2016

[Rezension] Die mir den Tod wünschen von Michael Koryta #Spoiler

Titel: Die mir den Tod wünschen
Autor: Michael Koryta
Laufzeit: 8h, 59 Minuten
Verlag: Random House Audio (11. April 2016)
Jetzt kaufen: Hörbuch, Gebunden, E-Book

Vom mir empfohlenes Alter: 16 Jahre
Gerne:
Sprache: Deutsch
Bewertung:  2,5 Sterne


Gelesen von Uve Teschner, der für Thriller-Atmosphäre der Extraklasse sorgt.


Kurzbeschreibung

An einem stürmischen Tag wird der vierzehnjährige Jace Zeuge eines brutalen Mordes. Jace kann entkommen – doch er weiß, dass die Verbrecher ihn gesehen haben. Die Blackwell-Brüder, ein psychopathisches Killer-Duo, wollen seinen Tod. Jace kann niemandem mehr vertrauen. Unter neuer Identität soll er in Montana Zuflucht finden. Ethan Serbin, ein erfahrener Überlebensspezialist, steht ihm in der gnadenlosen Bergwelt zur Seite. Derweil bahnen sich die beiden Killer ihren blutigen Weg und kreisen ihre Opfer immer weiter ein. Für Ethan und Jace beginnt ein furioser Höllenritt …

Meine Empfehlung

"Die mir den Tod wünschen" konnte mich sowohl mit dem Klapptext, als auch mit einem spannungsgeladenen Start überzeugen. Der Plot verspricht einen guten Thriller. Doch dann schwächelt die Geschichte von Michael Koryta dermaßen und verfällt sogar etwas ins monotone Gesäusel über die Verfolgung in der Wildnis. So an sich handelt es sich hier um einen guten Thriller, wären da nicht ein paar Störfaktoren.

Meine Erwartungen wurden im ersten Kapitel wirklich hoch geschraubt, bei dem flüssigen Schreibstil und bei einem so tollen Vorleser wie Uwe Teschner, wäre ich regelrecht durchs Buch gerauscht. Aber dem war nicht so, in der Mitte war der Plot eher zäh wie Kaugummi. Auch das wieder spanender werdende Ende konnte es für mich  nicht herausreißen.

Leider war ich sehr enttäuscht, dass alle Protagonisten die Jace beschützen sollten oder wollten, sich so vorhersehbar angestellt haben. Mir war es z.B. direkt klar, wie die Killer seine Spur sofort aufnehmen würden. Sie müssten nur rausfinden wohin Jamie gereist ist und danach konnten sie sich ihren Teil schon denken, das sie ihn in die Berge zu einem Bekannten gebracht hat.
War ja klar, dass sie ab da jeden abklappern würden der ihnen den Weg zu dem Jungen weisen kann, um alle Spuren zu beseitigen, die sie belasten könnten. Der Super Gau war für mich, als niemand bedacht hat, dass sie zu Ethan nach Hause gehen würden um bei seiner Frau an die Tür zu klopfen.

Als ich am Ende ankam, alle zusammenhänge zwischen den Geschwistern klar wurden (ja ok, über deren Verbindung miteinander war ich überascht), da kam mir nur eine Frage: Wieso haben sie den Jungen überhaupt in die Berge geschleppt? An dieser Stelle, habe ich die existient des Buches hinterfragt. Ganz ehrlich, die hätte den Jungen echt überall beseitgien können, wieso sich so eine Mühe machen? Mit dieser Aktion haben die Verbrecher die Aufmerksamkeit erst recht auf sich gelenkt. Auch der eigentliche Höllenritt durch die Berge, fiel meiner Meinung nach, einfach zu lasch aus.

Irgendwie erscheint es etwas unlogisch, dass eine verbrannte bzw. so schwer verletzte Frau wie Alice - und ich finde sie klingt sehr schwer verletzt - kurz nach dem sie im Krankenhaus eingeliefert wurde, behandelt wurde, ein paar Stunden schläft und dann besagtes Krankenhaus verlässt um mit Jamie in die Berge zu gehen, um nach dem Jungen zu suchen. Wer macht so etwas? Selbst mit starken Schmerzmitteln können die meisten Menschen, die Schmerzen nicht ertragen und meiden jede unnötige Bewegung. Daher kann ich beim besten Willen nicht verstehen, wie das funktionieren soll, dass Alice einfach so aufsteht und beschließt bei einer Suchaktion mitzumachen. Als würde das nicht reichen, reiten die beiden bei einem Waldbrand in die Berge und ein Sturm ist auch noch  im Anmarsch. Das nenn ich mal, die Drama Kiste öffnen!

Von meiner Kritik mal abgesehen, verursachen die Killer regelrecht eine Gänsehaut beim zuhören, mit ihrer Art zu reden, erinnern sie wirklich an sonderbare Psychopathen. Diese Art, wie sie miteinander Reden, als wären sie allein auf dieser Welt, die Herrscher über Leben und Tod. Diese Besonderheit war einer der Vorzüge die mir gefallen haben.

 
Fazit - Bewertung: 2,5 Sterne

Enttäuschende Umsetzung eines so grandiosen Starts! Nur wenige Aspekte konnten mich bei diesem Hörbuch überzeugen und eine davon war der großartige Vorleser Uve Teschner.

 
Autor

Michael Koryta begann bereits in jungen Jahren seine ungewöhnliche Karriere. Schon auf der Highschool arbeitete er nebenbei für einen Privatermittler-Agentur - eine Tätigkeit, die Koryta bald zu seinem Hauptberuf machte. Nebenbei verdingte er sich als Reporter und unterrichtete an der Indiana University. Wenn er nicht gerade schreibt, begibt sich der Abenteurer und Outdoor-Fan Koryta bevorzugt in die Beartooth Mountains. Mit Die mir den Tod wünschen stürmte er die amerikanischen Bestsellerlisten und gilt in den USA derzeit als einer der aufregendsten Thrillerautoren.

Gelesen von...

Uve Teschner, geboren 1973, arbeitet seit Jahren erfolgreich als Sprecher und hat bereits zahlreiche Hörbücher eingelesen. Für Random House Audio leiht er u. a. Kristina Ohlsson und Greg Iles seine Stimme und sorgt für atemlose Spannung von der ersten Sekunde an.