Dienstag, 17. Mai 2016

[Rezension] Infernale von Sophie Jordan *Spoiler


Titel: Infernale
Autor: Sophie Jordan
Laufzeit: 6h, 28 Minuten
Verlag: cbj audio (15. Februar 2016)
Jetzt kaufen: Hörbuch, Gebunden, E-Book
Vom mir empfohlenes Alter: 16 Jahre

Gerne: Dystopie
Sprache: Deutsch
Bewertung:  4,5 Sterne



Kurzbeschreibung

 Kannst du dich deiner Bestimmung entziehen?
 
Als Davy positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung zerbricht und ihre Freunde fürchten sich vor ihr. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie tatsächlich zu einer Mörderin?
 
Mitreißend gelesen von Schauspielerin Friederike Walke.
 
Meine Empfehlung
 
Dieser Plot ist eine angsteinflößende Vorstellung für unsere mögliche Zukunft.
 
Ich kann eine Sache immer noch nicht nachvollziehen und zwar, dass die Eltern von Davy keine zweite Meinung einholen, dass ihnen der Gedanke nicht mal kommt den Test zu wiederholen. Ich verstehe das nicht, da kommt ein komisches Gesetz raus, die DNA der Leute wird getestet und man wird automatisch aus dem System gerissen und als Mörder oder zukünftiger Mörder abgestempelt. Die machen mit Davy und ihres Gleichen was sie wollen und keiner setzt sich so richtig zu wehr. Klar gibt es Proteste, aber die werden direkt im Keim erstickt. Dabei könnte ein Fehler passiert sein und keiner verlangt nach einem erneuten Test, Davy wird von einem Tag auf den anderen zu einem Nichts degradiert, zu einer tickenden Zeitbombe, die jeder Zeit explodieren kann und jeder hat vor ihr Angst und die meisten behandeln sie wie ein Nichts.
 
Ich kann mir dieses Szenario sehr gut in unserer nahen Zukunft vorstellen, die Ignoranz der Menschheit, der Drang etwas aus der Gesellschaft auszusortieren, um sich Sicher zu fühlen ist so typisch.
 
Davy ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Menschheit mit einander umgeht, wie blind und grausam selbst ein  17 -jähriges Mädchen sein kann. Sie wird als Genträgerin gekennzeichnet und kann es immer noch nicht lassen, sich weiterhin als perfekt und unschuldig an zusehen und alle anderen Genträger als Mörder oder Verbrecher aller Art zu verurteilen, obwohl sie im gleichen Boot sitzen und "noch nichts" getan haben. Sie findet ihr neues Leben furchtbar, unfair wie sie jetzt behandelt wird, dass die Behörde alles über ihren Kopf hinweg entscheidet. Und doch läuft sie bis zum bitteren Schluss total naiv umher. Ihre neuen Freunde haben mir da umso mehr gefallen, weil viel bodenständiger mit ihrem neuen Leben umgehen, versuchen sich anzupassen und gemeinsam um ihre Freiheit kämpfen wollen. Das zeigt doch wieder mal, dass schwierige Zeiten einen Zusammenhalt fordern!

Erinnert irgendwie an den ein oder anderen bereits geschehenen Genozid.  Eine Minderheit der Menschen Bevölkerung wird zu Menschen zweiter Klasse ernannt und ihrer Rechte enthoben. Bei dem Verhalten der restlichen Bevölkerung fragt man sich allerdings, wer hier die wahren Monster und Mörder sind? Die sogenannten HTS-Träger sind schließlich nicht die einzigen Gewalttätigen, die Regierung kann aber ihr Glück mal versuchen und ein vermeintliches Sicherheitsniveau vermitteln. Letzten Endes handelt es hierbei um keine Krankheit per se, sondern einen Teil in der DNA. Diskriminiert man etwa Menschen, die eine wirkliche Krankheit in  ihrer DNA haben? Nein, den es handelt sich immer um eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit jemals ausbricht. Daher ist es nicht nur diskriminierend, sondern ein Verbrechen, Menschen dermaßen vorzuverurteilen. Leider kann ich mir so ein Verhalten der Weltbevölkerung sehr gut vorstellen, denn wer lebt schon nicht so gern in einer sicheren Seifenblase, die einen zeitweise beruhigt. Doch was passiert, wenn diese fragile Seifenblase platzt?  

Fazit - Bewertung: 4,5 Sterne
 
Ein mitreißender Plot, mit einem interessantem Thema, dass so nah an unserer Realität liegt und zum nachdenken anregt. Mit einem spannendem Schreibstil seziert die Autorin den Zusammenbruch von Davys Leben, zeigt die hässliche Wahrheit und wie grausam die Menschen sind. Friedericke Walke hat mir als Vorleserin sehr gut gefallen, sie ist in ihrer Rolle voll aufgegangen und hat mich regelrecht von Hocker gehauen.
 
Ich habe nie und nimmer erwartet das dieses Buch ein Cliffhanger wird, dass hat mich dann doch etwas enttäuscht, weil ich jetzt nicht weiß was aus Davy und ihren Freunden wird. Ich hoffe das wird mit einer Fortsetzung bereinigt.
 
 
Autor
 
Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf. Bevor sie das Schreiben zum Beruf machte, arbeitete sie viele Jahre als Englischlehrerin. Heute lebt die New-York-Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston. Ihre Firelight-Trilogie ist ein internationaler Bestseller. Infernale ist der erste von zwei Bänden.
 
Gelesen von...

Friederike Walke, geboren 1984, erhielt 2007 ihr Diplom an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und war von 2007 bis 2012 festes Ensemblemitglied am Hans Otto Theater Potsdam. Seit 2012 arbeitet sie freiberuflich und ist auch als Synchronsprecherin (u. a. Cinderella) tätig.