Donnerstag, 12. Mai 2016

[Rezension] Die Flamme erlischt von George R.R. Martin

Titel: Die Flamme erlischt
Autor: George R.R. Martin
Laufzeit: 18h, 23 Minuten
Verlag: Random House Audio (29.02.2016)
Jetzt kaufen: Hörbuch, Gebunden, E-Book
Vom mir empfohlenes Alter: 16 Jahre
Gerne: Science Fiction, Zukunft
Sprache: Deutsch
Bewertung:  3 Sterne



Kurzbeschreibung lt. Amazon

Das Buch, mit dem alles begann – der erste Roman von GRRM. Der Hilferuf seiner Jugendliebe Gwen führt Dirk t'Larien zu der sterbenden Welt Worlorn. Aber als er dort eintritt, scheint Gwen es sich anders überlegt zu haben und versucht, ihn wieder wegzuschicken, denn sie liebt ihren Ehemann Jaan. Doch mit der Heirat ist sie auch in eine Kultur eingetreten, die Frauen keine Selbstbestimmung erlaubt. Dirk kann nicht glauben, dass sie dieses Schicksal freiwillig gewählt hat, und tatsächlich gelingt es ihm, sie zur Flucht zu überreden. Doch mit ihrem Verrat an Jaan haben sie auch dessen Schutz aufgegeben, und Menschenjäger treiben sie in die Enge. Nur einer kann sie noch retten – doch Jaan ist seine Ehre wichtiger als alles andere …

Meine Meinung

Prolog ist Since Fiction pur! Man wird regelrecht von dem bisherigen Geschehen, dem Wandel der Welten, der Entwicklung der verschiedenen Gesellschaften und Geschehnisse im Kurzprogramm bombardiert. Dann erst kommt die eigentliche Geschichte und das Liebesdrama, wenn man es als solches beschreiben mag.

Vorab sei gesagt, dass ich ein großer Fan von diesem Autor bin, aber George R.R. Martins erster Roman ist sicher ganz anders als ich es erwartet habe. Das der Roman im Sciene Fiction Genre angesiedelt ist, hat mich zuerst verwundert, die Neugier hat jedoch gesiegt und mich zum Lesen animiert. Ich werde bei diesem Hörbuch nicht Spoilern und nicht zu viel verraten, dafür ist der Plot viel zu ausschweifend. Ich muss aber einiges loswerden, da wären ein paar Kleinigkeiten, die mich persönlich gestört haben. Zum einem fand ich die Hauptprotagonisten viel zu flach dargestellt, erkennbare Entwicklung der Charaktere im Allgemeinen ist kaum vorhanden und besonders die merkwürdige Gesellschaftsentwicklung der Völker, ist für mich ein Rückschlag für die gesamte Menschheit. Damit meine ich im Besonderem Frauen wie Gwen, die leben in einer Gesellschaft wo sie nichts zu sagen haben, sie haben überhaupt keinen Stellenwert, sie sind Leibeigene der Männer und werden gegen ihren willen weitergereicht, wenn die Männer es für richtig erachten. Mir kam zwischendurch der Gedanke, dass die Frauen hier so verteufelt werden, wie Eva aus dem Paradies. Dieses Gesellschaftsbild passt nicht in eine weit entfernt liegende Zukunft der Menschen, sondern eher in eine Mittelalterliche Geschichte des Autors, oder ähnliches.

Als nächstes Manko missfielen mir die ständigen Wiederholungen "der Bedeutung der Namen". Ich glaube schon nach dem ersten Durchlauf, war nicht nur mir klar, wie diese Leute in die Bedeutung ihrer Namen, Anhängsel und Verhaltenskodex der Kavalaren vernarrt sind, auch ohne die tausendfache Wiederholungspredigt.


Zusätzlich mochte ich das ständige Gejammer des Liebesdramas ganz und gar nicht, "was wäre wenn..." sollten die Protagnisten in ihrem Alter schon hinter sich haben und nicht dem vergangen nach trauern. Gwen hat naiv wie sie nun mal ist, eine Beziehung mit einem Kavalaren begonnen und sich keinen Gedanken darüber gemacht, was genau das für sie bedeuten mag. Für ihre Unvorsichtigkeit muss jetzt büßen und bereut ihre Entscheidung. Aber was soll ein Kerl - wie Dirk - bitte in so einer schwierigen Situation unternehmen und gegen so eine engstirnige Gesellschaft unternehmen? 

Obwohl mir hier die Protagonisten nicht gefallen haben, war der Plot - auf seine eigene Art und Weise - echt toll. Mir hat es gut gefallen wie der Autor die Kulturen aufgebaut und beschrieben hat. Besonders interessant ist auch die geschilderte Flora und Fauna auf Worlorn, die ähnlich dem irdischen Urwald beschrieben wird, jedoch gefährliche Bäume und exotische Tiere beherbergt.


Fazit - Bewertung: 3 Sterne
 
Das Beste an diesen Buch ist die Welt, die George R. R. Martin um den Leser herumspinnt und uns immer tiefer hineinzieht. Das komplizierte Gesellschaftsbild ist auch ganz interessant, aber alles im allen ist das Buch nicht so meins. Viel zu langatmig, da helfen die kleinen spannenden Momente auch nicht weiter.

Ich, für meinen Teil, bleibe lieber bei Game of Thrones und genieße diese Fantasyvolle Welt!

 
Autor
 
George R. R. Martin gehört nicht nur in den USA zu den prominentesten Science-Fiction-Autoren. Den weltweiten Durchbruch schaffte er mit dem mehrbändigen Werk "Das Lied von Eis und Feuer". Er schrieb anfangs Kurzgeschichten, arbeitete dann erfolgreich als Drehbuchautor und Fernsehproduzent. Doch das Schreiben von Fantasy- und Science-Fiction-Romanen entspricht seinem Vorstellungsvermögen und seinen schriftstellerischen Neigungen am meisten. Der 1948 im US-Staat New Jersey geborene und studierte Journalist lebt in Santa Fe, New Mexico. Er wurde mehrfach mit dem "Hugo Award" ausgezeichnet.

 
Gelesen von...
 
Reinhard Kuhnert, geboren in Berlin, ist neben seiner Arbeit als Schauspieler, Dramatiker, Regisseur und Liederdichter auch bekannt als Synchronsprecher von u.a. Peter Coyote, André Dussolier und David Strathairn. Von George R. R. Martin hat er für Random House Audio alle Bände des Weltbestsellers Das Lied von Eis und Feuer sowie für cbj audio Der Eisdrache ungekürzt eingelesen.