Mittwoch, 30. September 2015

[Rezension] HALF BAD - Das Dunkle in mir von Sally Green

Titel: HALF BAD - Das Dunkle in mir von Sally Green (Band 1)
Autor: Sally Green
Laufzeit: 10 h, 24 min
Verlag:  Der Hörverlag (cbj)
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Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 Jahre
Gerne: (Jugend-) Roman mit Thriller Elementen
Sprache: Deutsch
Bewertung:    4,5 Sterne

Kurzbeschreibung lt. Amazon

Nathan wird gejagt. Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist  denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder?
Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse …

Meine Empfehlung


Der Einstieg in den ersten Band der Trilogie war für mich etwas schwierig, denn der Schreibstil am Anfang war mir zu verwirrend und abgehackt. Was sich aber nur auf die ersten paar Kapitel bezieht, danach ist das Buch sehr interessant geworden und hat mich richtig gefesselt. Zuerst dachte ich es läge am Vorleser des Hörbuchs, aber im Verlauf der Geschichte habe ist festgestellt, dass es wirklich nur am Schreibstil lag. Der Vorleser "Oliver Kube" hat den jungen Hauptprotagonisten "Nathan" gut getroffen und ein gutes Lesetempo vorgelegt.

Der Plot hat mir wirklich gut gefallen, Hexen leben mitten unter uns und fechten ihren Kampf zwischen Gut und Böse aus. Obwohl die Geschichte einige Aspekte beinhaltet, die mir aus anderen Fantasy Büchern bekannt vorkamen, hat die Autorin ihre eigenen Ideen gut umgesetzt. Es handelt sich zwar um Hexen, sie sind uns jedoch überaus ähnlich dargestellt, nicht übermenschlich Schön oder von Magie vollgepumpt. Es hat jeder nur eine Gabe, die er an seinem 17. Geburtstag erhält. Zumindest gilt das für die meisten, einige Hexen haben Methoden entwickelt, um die Gabe anderer Hexen zu stellen. "Das Dunkle in mir" setzt sich größtenteils mit der Kritik an der Gesellschaft auseinander, die Geschichte selbst ist recht düster, brutal und erschreckend voller Hass.

Nathan führt seit seiner Geburt ein sehr schweres Leben, das geprägt ist von Verboten und Vorschriften. Während er heranwächst dürfen wir ihn bei seiner Entwicklung und Selbstfindung beobachten. Wie der Titel schon andeutet ist Nathan ein Halbcode, also halb weiß und halb schwarz, er entstammt einer weißen Hexe und einem schwarzen Hexer. Das ist der Grund, warum er von der Gesellschaft der weißen Hexen immer weiter ausgegrenzt und schließlich wie ein Ding behandelt wird. Die knallharte und fast schon sadistische Brutalität der weißen Hexen, hat mich sehr daran zweifeln lassen "wer die guten Hexen sind". Nathan ist ein außergewöhnlicher Junge und versucht trotz alles Widrigkeiten in seinem Leben, sich nicht zu verlieren und an eine glückliche Zukunft zu glauben. Das Streben nach Freiheit und sein Überlebenswille begleiten ihn dabei.

Obwohl Fantasy die Grundlage für diesen Plot bildet, ist es oftmals eher nebensächlich. Ich finde diesen Magieroman mit Thriller Elementen, dem ganz alltäglichen Wahnsinn in Nathans Leben und die verstörende Gesellschaftsentwicklung sehr realistisch dargestellt.


Fazit - Bewertung: 4,5 Sterne

Dieser Debütroman von Sally Green hat mir sehr gut gefallen und macht mich schon ganz gespannt auf die Fortsetzung. Für den nicht so ganz gelungenen Einstieg muss ich jedoch 0,5 Sterne abziehen.


Autor

Sally Green lebt im Nordwesten Englands. 2010 hat sie zu schreiben begonnen und seitdem nicht mehr aufgehört. Früher hatte sie Hühner, sie kocht ziemlich gut Marmelade, es macht ihr nichts aus zu bügeln, sie liebt es in Wales spazieren zu gehen, selbst wenn es regnet. Und sie möchte wirklich weniger Kaffee trinken.


Gelesen von...

Oliver Kube, Jahrgang 1973, absolvierte seine Schauspielausbildung an den Magdeburger Kammerspielen. Er arbeitet seither freiberuflich als Schauspieler, Sprecher, Puppenspieler, und ist in diversen Hörspielen und Radio-Features zu hören.