Donnerstag, 9. Juli 2015

[AUTOREN-INTERVIEW] Silke M. Meyer



1971 erblickte ich das Licht der Welt im wunderschönen Harz, wo ich noch immer zu Hause bin. Als absolutes Nesthäkchen wuchs ich in einer Welt voller Magie, Zauberei und Fantasie auf. Nach meiner Schul- und Studienzeit arbeite ich bis heute mit großer Freude im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Mich, wie auch meine imaginären fantastischen Mitbewohner, begleiten seit knapp 20 Jahren mein Lebenspartner und kurze Zeit später auch mein Sohn, die uns ertragen und tolerieren. 


Ich habe die Autorin Silke M. Meyer durch die Nominierungsliste für >>Deutscher Phantastik Preis << entdeckt und sie um ein Interview gebeten. Sie gehört zu den Finalisten in der Kategorie Bestes deutschsprachiges Romandebüt. Die Hauptrunde zum Deutschen Phantastik Preis 2015 ist gestartet. Jeder konnte in der Nominierungsrunde den vorgegebenen Kategorien Vorschläge abgeben. Die Hauptrunde läuft bis zum 19. Juli. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober auf dem BuchmesseCon in Dreieich bei Frankfurt statt.
 
Ihr Debütroman "Lux & Umbra"  ist im Dezember 2014  erschienen und kommt bislang bei den Lesern sehr gut an und hat auch mein Interesse geweckt. Also ab auf meine Wunschliste damit. Eine Leserunde auf lovelybooks.de gab es auch schon und den Buchtrailer (siehe unten) zum Buch müsst ihr unbedingt anschauen, den hat die Autorin selbst gemacht. Eine Blogtour wird es noch geben, diese startet am 10.08.! Sobald ich den Tour-Plan habe, teile ich euch den hier mit.
 
Weitere Infos zur Autorin unter der Autorenseite, Facebook oder Twitter!
 


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 Meine Fragen und die Antworten von der Autorin Silke M. Meyer!


Ich kenne dich unter dem Namen Silke M. Meyer. Gibt es auch Bücher oder kleinere Geschichten die du unter einem Synonym geschrieben hast?
Nein. Lux & Umbra ist mein erstes Buch. Ich schrieb vorher nicht mehr, als jeder andere Mensch auch. Ich bin ein Vielleser und wie so viele von uns, wollte ich immer mal irgendwann ein Buch schreiben. Dann kam der Tag, da fing ich einfach an. Heraus kam: Lux & Umbra – 2 Jahre später, wenn man es effektiv zusammenrechnet. Tatsächlich hat es 4 Jahre gedauert vom ersten Buchstaben an bis zur Veröffentlichung.
 
Welche Medien durchforstest du vor dem Schreiben?
Davor eigentlich gar nichts. Aber während des Scheibens selbst bin ich viel auf Google unterwegs und recherchiere. Ich las zum Beispiel gefühlte 1000 Reiseberichte über Paris, weil ich selbst noch nicht da war. Im Buch gibt es eine Szene, da stehen meine Protagonisten auf dem Triumphbogen und drehen sich. Er zeigt ihr Paris von oben. Ich hatte es anhand einer Stadtkarte probiert, was sich als fatal rausstellte. Eine Freundin fuhr nach Paris, bekam diese Textpassage mit und versuchte sich langsam und harmonisch im Kreis zu drehen, um das zu sehen, was ich aufgeschrieben hatte. Klappte natürlich gar nicht. Manches sah man nicht und dann hatte ich auch einiges durcheinander gebracht, so dass sie sich hektisch hin- und herdrehen musste. Sie korrigierte mir dann diese Szene, so dass nun wirklich das im Buch steht, was man auch sehen kann und vor allem in der richtigen Reihenfolge.

Woher bekommst du die Ideen für deine Geschichten?

Oh. Schwierige Frage. Die sind eigentlich einfach so da. Ich habe unzählige Plots auf meinem Laptop, die ich gern umsetzen möchte. Allerdings bin ich dann die nächsten 10 Jahre gut beschäftigt. Und da ich Vollzeit arbeite, ist das nicht so einfach. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich wohl nur 20% arbeiten gehen und die restlichen 80% mit der Arbeit Schreiben verbringen. (Wobei ich es nicht als Arbeit sehe, denn ich liebe es, in meine eigene Welt abzutauchen) Mir fällt unterwegs einfach eine komplette Geschichte ein. Nicht im Detail, aber auf einmal ist die Idee da, der rote Faden dazu. Ausgelöst durch ein Bild, das meine Augen aufnehmen. Ganz schlimm ist es in den Italienurlauben. Wenn ich dort durch die Berge um den Gardasee herum fahre, spielt mein Kopf-Kino verrückt. Oder, wenn ich in kleinen alten Dörfchen unterwegs bin, die ich in Italien besonders hübsch finde, dann könnte ich sofort und Nonstop schreiben. Ich glaube, sollte ich jemals vom Schreiben leben können, dann möchte ich in Italien wohnen. Das inspiriert mich sehr.  

Wie sieht es bei der Covergestaltung aus? Darfst du dies mitentscheiden oder bekommst du es später als fertigen Entwurf?
Das war bei Lux & Umbra ein sehr schwieriges Unterfangen. Ich selbst achtete bis dahin niemals auf Cover. Die waren mir egal. Mich interessierte nur das Buch. Meine Bücherwunschliste ist ca. drei Mal so groß, wie mein SuB. Und dieser ist schon niemals abbaubar. Ich bin ein eifriger Blogleser und gehe selten ohne eine Titelliste in den Buchladen. Als es also um die Coverfrage ging, befasste ich mich erstmals mit den Ansichten meiner vorhandenen Bücher und entdeckte dabei, wie schön viele sind und wie nichtssagend manch andere, obwohl ich das Buch dazu liebte. Aber dann war ich da irgendwie sensibilisiert und nichts, was mein damaliger Verlag mir anbot (ich war vor dem SadWolf Verlag bei einem anderen Kleinverlag unter Vertrag, löste diesen jedoch vor Veröffentlichung), gefiel mir. Ich hatte an allen Covervorschlägen etwas rumzumeckern. Das tat mir schon selbst leid. Über eine Bekannte bekam ich den Tipp mich an Lisa Brenner zu wenden. Bis heute bin ich so dankbar für die Empfehlung. Lisa stellte die richtigen Fragen und setzte meine so umständlich ausgedrückte Vorstellung perfekt um. Bei meinem neuen Buch gab es gar keine Überlegung. Auch das wird Lisa mir anfertigen und ich bin schon von ihren Skizzen begeistert. Solange ich es beeinflussen kann, werde ich Lisa nicht verlassen. Da stimmt einfach die Chemie und sie kann großartig zeichnen. Bei kleinen Verlagen wird das wohl möglich sein, bei größeren Verlagen ist es dann sicher nicht mehr so einfach. Das wird dann sehr schwierig, weil ich bei der Coverentscheidung gemerkt habe: Ich bin eine Diva diesbezüglich. Ich habe eine Vorstellung im Kopf und kann mich schlecht mit anderen Vorschlägen anfreunden.  
 
Wie wichtig sind dir Rezensionen? Liest du sie? Wie gehst du mit Kritik um?
Rezensionen sind mir wichtig. Ich lese sie alle und bin jedes Mal sehr aufgeregt. Schließlich ist das mein erstes Buch und ich wusste nicht, wie es ankommen wird. Kritik hatte ich bisher kaum. Und die, die kam, war sehr freundlich und vor allem konstruktiv formuliert, so dass ich damit sehr gut umgehen konnte. Ich weiß, worauf ich künftig verstärkt achten muss und werde das auch tun.

Die nächste Frage klingt mit Sicherheit sehr banal, doch ist sie auch eine der interessantesten: Warum genau schreibst Du? 
Weil es mir Spaß macht. Ich schaue so gut wie kein TV mehr (bis auf ein paar Serien, die einfach ein Muss sind). Lux & Umbra ist aus Langeweile heraus entstanden und erst da habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben liegt und unheimlich viel Freude bereitet. Als ich dann auch auf Anhieb einen Verlag fand, das Manuskript auch dort ankam, entschied ich, dass ich diese Freude, die ich selbst empfinde, teilen möchte. Inzwischen ist das Schreiben für mich ein Ritual geworden, das einfach seinen Platz hat. Müsste ich es aufgeben, würde mir wohl der Kopf platzen und wer will das schon. *kicher*

 
Ich würde sehr gerne wissen, über welches Genre du am liebsten schreibst bzw. schreiben möchtest? Warum dich das Thema am meisten fasziniert?
Das kann ich klar beantworten: Fantasy, die unbedingt mit mindestens einer Romanze gekoppelt sein muss. Ich liebe es Dinge auf dem Papier möglich zu machen, die es im normalen Leben einfach nicht gibt (oder die uns noch unbekannt sind, denn wer weiß schon alles ganz genau). Bei Fantasy sind kaum Grenzen gesetzt. Die Grenzen, die ich habe, setze ich mir selbst. Eine ist zum Beispiel, dass ich niemals Sexszenen formulieren werde. Ich lese es selbst nicht gern, also kann ich es auch nicht schreiben. Ich deute an, überlasse die Details und den weiteren Verlauf dann jedoch meinen Lesern, die sich ganz nach ihren eigenen Wünschen die Feinheiten ausmalen dürfen. 

Was ich selbst gern lese und auch noch schreiben möchte, ist eine Dystopie. Einen Plot dazu gibt es schon. Allerdings ist das erneut ein so umfangreiches Projekt wie Lux & Umbra und erfordert Zeit. Das werde ich erst beginnen, wenn die Trilogie zu Lux & Umbra fertiggestellt ist.
 
Welcher Charakter deines neuen Buches wärst du gern?
Charlotte. Sie ist ohnehin, wie ich war, bin und gern wäre. Sie ist neugierig, mutig und manchmal ein wenig naiv. Sie entscheidet aus dem Bauch heraus, mit dem Herzen, tut, was sie für richtig hält und schert sich nicht um das, was andere Menschen ihr raten. Ich glaube, ich wäre immer gern am ehesten, wie die Protagonistin, denn bisher sind sie mir am ähnlichsten. Ich bin gespannt, ob das irgendwann anders sein wird.
 
Gibt es eine Textpassage, einen Protagonisten oder eine Idee, auf die du besonders stolz bist?
Im Grunde bin ich auf das ganze Buch stolz. Die Tatsache, dass ich diese fixe Idee umgesetzt habe, dass sie anderen Menschen gefällt, dass sie meine Charaktere lieben, so unterschiedlich sie auch sein mögen. Es gibt natürlich in Lux & Umbra auch Protagonisten, die ich mehr mag. Charlotte, Mathis und Sage sind meine Lieblinge. Mason liebte ich anfangs und am Ende konnte ich ihn nicht mehr leiden. Es war schwierig dann noch über ihn zu schreiben. Ich habe meine Emotionen einfach in den Text gepackt. Dann passte das wieder.

Gibt es schon Pläne zu einem nächsten Buch, auf das wir uns freuen dürfen? Kannst du schon etwas darüber verraten?
Es wird natürlich den 2. Teil zu Lux & Umbra geben. Allerdings brauche ich dafür noch ein bisschen Zeit. Ich weiß, dass viele Leser des 1. Teiles sehnsüchtig darauf warten, aber ich möchte ihnen auch gerecht werden und mich steigern. Von daher nehme ich mir die Zeit, die ich brauche.

Vorher wird ein Buch von mir erscheinen, dass ursprünglich nur ein Spaßprojekt war. Eine Herausforderung, denn Fantasy wurde verboten. Es wird den Namen „Viktor“ tragen, der, wenn man das Buch dann gelesen hat, auch alles sagt, was man wissen muss. Viktor beginnt wie ein lustiger Frauenroman, entwickelt kurz eine heftige Romanze und wird dann spannend und blutig. Ich kann ihn also nicht in ein Genre einordnen. Daher werde ich dieses Buch, auch ganz bewusst und gewollt, als Selfpublisher herausbringen. Vor allem auch, um diese Erfahrung zu machen.  

 
Welches Genre liest du am liebsten? Wo liest du am liebsten?
Fantasy, Fantasy, Fantasy, Dystopie….. und Klassiker, wie Jane Austen, Emily Bronte & Schwestern. Ganz selten lese ich mal ein anderes Genre. Niemals Thriller oder Erotik. 

Und wo? Tja einfach überall. Ich trage meinen Reader (ja, ich bin ein bekennender Ebook-Leser) immer mit mir rum. Stehe ich dann an einer Bahnschranke und muss warten, lese ich. Habe ich Mittagspause, lese ich. Muss ich auf einem Amt o.ä. warten (bin beruflich viel auf Ämtern unterwegs), lese ich. Zu Hause im Garten, in der Hängematte, im Bett, auf dem Sofa, auf der Wiese, im Sessel, im Gartenstuhl, u.U. auch mal auf Toilette, selbst beim Kochen, wenn ich mich nicht loseisen kann (ging mir bei Harry Potter so)……usw.   

Welche Ratschläge gibst du jungen Autoren mit auf den Weg? Einem totalen Anfänger.
Lustig. Ich bin ja selbst ein Anfänger. Vielleicht es zu Ende zu bringen. Ganz egal, wie lange es dauert. Bringt es einfach aufs Papier. Tauscht euch mit Autoren aus, die mehr Erfahrungen haben. Das hilft mir unheimlich. Ich bin Delia beigetreten - ein Verein deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und –autoren. Ich werde dort motiviert. Geduld zu haben, nicht aufzugeben, auftretende Probleme zu lösen usw. Eine Delia zu sein, macht mich wahnsinnig stolz und war eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe.  

Wie fühlt es sich an, unter den 5 Finalisten der Sparte Bestes deutschsprachiges Romandebüt des „Deutschen Phantastik Preises“ zu sein?
Ein Wort: Irre! Ich wusste zwar, dass mein Buch zur Nominierung vorgeschlagen wurde, hatte das auch 1x bekanntgegeben, aber dann vergaß ich es wieder. Niemals habe ich damit gerechnet, es tatsächlich ins Finale zu schaffen. Einer meiner Verleger schrieb mich in den Morgenstunden nach Bekanntgabe der Finalisten an und teilte mir mit, dass ich Finalist sei und ob ich das wüsste. Er wusste bis dato nicht einmal vom Vorschlag zur Nominierung. Das war kurz vor 5.00 Uhr und ich im Begriff endlich ins Bett zu gehen. Daraus wurde dann nichts, denn ich weckte meinen armen Mann und weil ich mich so laut freute auch mein Kind. Allein nominiert zu sein, ist für mich immer noch eine Tatsache, die ich kaum fassen kann und die mir ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubert. Aber auch einen unheimlichen Schreibschub gibt. Denn mit dem Debüt für einen Preis nominiert zu werden, macht wahnsinnig stolz und motiviert unheimlich. Es zeigt mir, auf dem richtigen Weg zu sein.

Hast du vielleicht noch etwas über dich zu berichten, dass noch kein Leser weiß? Vielleicht ein ganz großes Geheimnis? 
Nein. Eigentlich nicht. Ich bin ein offenes Buch. Manchmal ein Träumer, manchmal durchgeknallt, manchmal dann doch zu sehr Realist und fast immer optimistisch. Aber das ist kein Geheimnis, wenn man mich kennt. Geheimnis, wenn man mich kennt. 


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Liebe Silke, ich danke dir wahnsinnig dafür, dass du dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg mit deinen Büchern =D
 
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Buchtrailer zu Lux & Umbra Band 1

 
 
 
 

Lux & Umbra - Der Pfad der schwarzen Perle „Lux & Umbra - Der Pfad der schwarzen Perle“ von Silke M. Meyer

Zwei Welten, drei Liebende, eine schicksalhafte Prophezeiung. Der fesselnde Kampf zwischen Gut und Böse. Die junge Charlotte und ihr Sohn Mathis leben endlich frei und ungebunden, bis zwei faszinierende Männer aus einer anderen Welt in ihr Leben treten. Mit ihnen erscheint eine übernatürliche Macht, die sich dem Schutz unserer Welt verschrieben hat. Sie legt das Gleichgewicht von Gut und Böse in Charlottes Hände und stellt sie vor eine riskante Wahl, was Charlotte auf mystische Pfade führt. Können die Erfüllung der geheimen Prophezeiung, die älter ist als die Zeit und Charlottes Herzensentscheidung die Erde vor der Dunkelheit bewahren? Könntest du bedingungslos auf dein Herz hören, wenn das Schicksal zweier Welten in deinen Händen läge? Mit packender Wortgewandtheit nimmt Silke M. Meyer den Leser mit auf eine atemberaubende Reise in eine Parallelwelt voller Liebe und Magie. Begleitet von zauberhaften Geschöpfen und viel Fantasie hinein in eine sagenumwobene Familiensaga, die durch vampirische Zeitreisen ihre Geheimnisse offenbart.