Freitag, 19. Juni 2015

[AUTOREN-INTERVIEW] Ute Bareiss

Quelle: Ute Bareiss
Fotografiert von ihrem Mann: Hajot Müller
"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!"

So machte sich Ute Bareiss zu Anfang des Millenniums zur Weltumsegelung auf und verlegte ihr Schreib- und Übersetzungsbüro von Stuttgart an Bord ihres Segelkatamarans Taimada. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten erforscht sie die Welt über und unter Wasser. Ihre Spur zieht sich vom Mittelmeer über Afrika, die Karibik, Nord- und Südamerika, die Südsee, Ozeanien, Indonesien bis in den Fernen Osten.
Was könnte besser zum Abtauchen in andere Welten inspirieren als exotische Plätze und fremdartige Kulturen? Nicht nur in ihren Reiseberichten für diverse Magazine, sondern auch in spannungsgeladenen Thrillern und Jugendkrimis spiegeln sich aufregende Situationen ihres Alltags facettenreich wider.

Ihr Thriller-Debüt "Im Fahrwasser der Macht" wurde im April 2015 beim Sieben Verlag veröffentlicht und die Jugendkrimi-Serie Ein MORDs-Team, an der sie mit zwei Co-Autoren (Andreas Suchanek und Nicole Böhm) schreibt, erscheint seit August 2014 monatlich bei Greenlight Press. Im Juni 2015 erscheint die maritime Anthologie "Aus Liebe zum Meer", an der sie mit 9 Co-Autoren geschrieben hat, beim Verlag 3.0. Die Einnahmen gehen zugunsten der Seenotretter, die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, das Vorwort schrieb Emmy-Preisträger und RTL-Gründer Helmut Thoma. Zudem ist Ute Bareiss als freie Lektorin und Übersetzerin tätig und engagiert sich ehrenamtlich in Schriftstellerforen und Autorenverbänden.

Ich habe die Autorin auf lovelybooks - durch die Leserunde zu Ihrem Thriller - entdeckt und Sie um ein Interview gebeten. Ihr Thriller "Im Fahrwasser der Macht"  ist vor kurzem erschienen und kommt bislang bei den Lesern sehr gut an und macht mich schon ganz neugierig. Also ab auf meine Wunschliste damit. =D

Wer will, der kann am 8. Juli an der Premierenlesung ihres Thrillers "Im Fahrwasser der Macht teilnehmen und die Autorin persönlich zu Gesicht bekommen! Leider kann ich nicht hin, da ich arbeiten muss und Stuttgart nicht gerade "um die nächste Ecke" von mir liegt. =)
Vielleicht kriege ich ein anderes Mal die Chance persönlich "Hallo" zu sagen!

Weitere Infos unter www.ute-bareiss.de, bei Facebook www.facebook.com/ute.bareiss.Autorin oder auf Twitter @UteBareiss.


********************************************************* 

 Meine Fragen und die Antworten von der Autorin Ute Bareiss!


Ich kenne dich unter dem Namen Ute Bareiss. Aber gibt es auch Bücher oder kleinere Geschichten die du unter einem Synonym geschrieben hast?
Nein, ich habe alle Bücher (den Thriller „Im Fahrwasser der Macht“, ein Band der Jugendkrimi-Reihe „Ein MORDs-Team – Eine verhängnisvolle Erfindung“ und die Geschichten in der maritimen Anthologie „Aus Liebe zu Meer“) unter meinem richtigen Namen geschrieben.
 
Sollte ich irgendwann einmal das Genre wechseln, dann würde ich eventuell ein Pseudonym wählen.

Welche Medien durchforstest du vor dem Schreiben eines Buches?
Das Internet ist meine Haupt-Recherche-Quelle. Dazu lese ich Sachbücher zu den diversen Themen, über die ich schreibe, Zeitschriften (wie den Spiegel, Geo, National Geographic) und auch andere Bücher des gleichen Genres (Thriller und Jugendkrimis) von AutorenkollegInnen.
 
Woher bekommst du die Ideen für deine Geschichten?
Unser Leben, die Weltumsegelung, ist generell inspirierend. Doch oft sind es auch nur kleine Begebenheiten: Bei meinem Thriller waren es die Berichte von Silvio Berlusconi in den Medien, für den Nachfolger einen Artikel der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und Beiträge in den sozialen Medien zum Thema Elfenbeinschmuggel. Zu dem Ökothriller, an dem ich gerade schreibe, wurde ich auf meinem Aufenthalt in Borneo vor Ort inspiriert.

Wie sieht es bei der Covergestaltung aus? Darfst du dies mitentscheiden oder bekommst du es später als fertigen Entwurf?
Das alleinige Entscheidungsrecht oblag allen drei Verlagen – ich wurde aber immer um meine Meinung gefragt.

Welcher Charakter deines neuen Buches wärst du gern?
Das ist eine spannende Frage. Nachdem ich hauptsächlich Thriller schreibe, bei denen es ziemlich actionreich und gefährlich zugeht, würde ich lieber nicht mit einem meiner Protagonisten tauschen (grins).Meine Charaktere sind mir alle ans Herz gewachsen - mein Liebling ist wohl mein Hauptprotagonist „Alex“ (der Meeresbiologe). In der maritimen Anthologie ist eine autobiografische Geschichte von mir enthalten, in der wir mit Walen geschnorchelt sind. Im Grunde bin ich mit meinem eigenen Leben ziemlich zufrieden, so dass ich meistens niemand anderes sein möchte. :)

Wie wichtig sind dir Rezensionen? Liest du sie? Wie gehst du mit Kritik um?
Rezensionen sind das Balsam für die geschundene Autorenseele :)
Früher konnte ich mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn jemand, der mich nicht kennt, mein Buch liest und einfach begeistert ist. Ich habe mich wie verrückt über die bislang durchweg sehr positiven Reaktionen gefreut und bin mit einem breiten Grinsen durch die Welt gelaufen.

Ich lese alle Rezensionen und sie sind mir wichtig. Über Kritik bin ich immer dankbar und fand bisher alle (negativen) Kritikpunkte berechtigt und nachvollziehbar. Man muss nur unterscheiden, was Geschmacksache ist (hier kann man es natürlich nicht jedem recht machen) und wo tatsächlich für die Nachfolger Handlungsbedarf besteht.

Ich freue mich über jeden, der mein Buch liest und mir konstruktives Feedback gibt.
Die Kritik meiner Testleser (AutorenkollegInnen) war äußert wertvoll und wichtig für mich – auch wenn man anfangs manchmal schlucken muss, sehen andere Augen doch mehr und ohne diese Finger auf den wunden Punkten könnte ich mir das konstruktive Schreiben nicht vorstellen. Auch hier ist es ein Lernprozess, hilfreiche Kritik von persönlicher Meinung unterscheiden zu lernen und nicht sofort jeden Punkt zu ändern, aber dankbar bin ich für alle kritischen Rückmeldungen, die mich lehren, mich auch selbst zu hinterfragen.

Die nächste Frage klingt mit Sicherheit sehr banal, doch ist sie auch eine der interessantesten: Warum genau schreibst du?
Schreiben macht mich glücklich. Schon immer habe ich es über alles geliebt, mich in fremde Welten zu träumen, mir Geschichten auszudenken, sie zu einem logischen Plot zu formen. Für mich war es eine große Herausforderung, einen stimmigen Thriller mit frischen Charakteren (abseits der üblichen Kommissar-Ermittler) zu gestalten. Zwar ist auch unser Kopf bei unserer Weltumsegelung immer gefordert, in fremden Ländern, Kulturen und Sprachen, dennoch bietet mir das Schreiben, das Ausknobeln von logischen Handlungssträngen noch eine zusätzliche Herausforderung, die viel Denkarbeit erfordert und mein Gehirn fit hält. Die ein oder andere Nachtwache konnte ich mir beim Segeln damit versüßen.

Gibt es eine Textpassage, einen Protagonisten oder eine Idee, auf die du besonders stolz bist?
Es gibt einige Formulierungen und Metaphern, die sich sehr mag und auf die ich stolz bin (besonders, wenn sie neu und unverbraucht sind). Mich überkommt manchmal auch ein bisschen „Mutterstolz“, dass mein Protagonist, der Meeresbiologe Alex, so gut ankommt, obwohl er vom üblichen Ermittler-Schema abweicht.

Gibt es schon Pläne zu einem nächsten Buch auf das wir uns freuen dürfen? Kannst du schon etwas darüber verraten?
Es wird einen Nachfolger zu meinem aktuellen Thriller „Im Fahrwasser der Macht“ mit dem Meeresbiologen Alex geben. Dieses Mal ist er in Asien Elfenbeinschmugglern auf der Spur. Und ich arbeite an einem Ökothriller, der in Borneo spielt – die Protagonisten sind der Jurist David und die Biologin Floriana, die gegen einen großen Konzern kämpfen.

Welches Genre liest du am liebsten? Wo liest du am liebsten?
Ich lese am liebsten (Öko-, Polit- und Wirtschafts-) Thriller und Reise- oder Erlebnisberichte von Menschen, die auf außergewöhnlichen Pfaden die Welt erforschen. Auch gerne Klassiker zu dem Thema – die alten Eroberer.
Am liebsten lese ich auf unserem Segelkatamaran im Netz, höre das Meer unter mir hindurch rauschen … Oder, wenn ich in Deutschland bin, auf dem Balkon oder im Garten. Draußen in der Natur ist es am schönsten.

Welche Ratschläge gibst du jungen Autoren mit auf den Weg? Einem totalen Anfänger.
Zum einen sollten sie lesen, lesen, lesen. Und das Handwerk von Grund auf lernen – sich mit Kollegen austauschen und konstruktiver Kritik öffnen. Testleser, die sich auch mit der handwerklichen Seite des Schreibens auskennen, sind Gold wert. 

Jungautoren sollten sich zum einen nicht der Illusion hingeben, dass man mit Schreiben reich werden kann, und sich zum anderen aber dennoch die Träume bewahren. Zielsetzungen sind wichtig. Schreiben ist harte Arbeit, die einen manchmal sehr fordert, weil sie auch auf Kosten sozialer Kontakte geht. Hier muss man für sich eine ausgewogene Balance finden.

Hast du vielleicht noch etwas über dich zu berichten, dass noch kein Leser weiß?
Das ist eine gute Frage – und es gibt sicher viele Dinge, die andere besser nicht über mich wissen sollten (grins). Aber sollte mich mal jemand in der Früh ansprechen wollen:
Ich bin kein Morgenmensch. Bis ich richtig wach bin, das dauert. Zwar bin ich nicht schlecht gelaunt, aber froh, wenn ich nicht in Gespräche verwickelt werde. Früher, als ich noch in Deutschland lebte, habe ich im Büro lieber zeitiger angefangen, um erst mal ein paar Minuten mit Routinearbeiten für mich zu haben und einen Kaffee zu trinken – das Überlebenselixier am Morgen.

An Bord ist es das schönste, gemütlich mit meinem Mann im Bett zu kuscheln und den Tag langsam angehen zu lassen, gefolgt von einem Bad im Meer zum Wachwerden.
Dafür bin ich abends fit und arbeite oft bis tief in die Nacht. Am kreativsten werde ich erst nach dem Mittag.


**********************************************************

Liebe Ute, ich danke dir wahnsinnig dafür, dass du dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg mit deinen Büchern =)
 

********************************************************** 

 

Im Fahrwasser der MachtThiller: "Im Fahrwasser der Macht" seit April im Handel

Als ein Feuerball das Tyrrhenische Meer erhellt, eilt der Meeresbiologe Alex dem Journalisten Sergio zu Hilfe, nicht ahnend, dass er damit einen Stein ins Rollen bringt, der nicht nur sein eigenes Leben zerstören wird. Denn Sergio besitzt brisantes Recherchematerial zu einem Mord in den höchsten Politkreisen Italiens. Als der Journalist entführt wird, gerät Alex immer tiefer in einen Sumpf aus Macht und Intrigen, bis er schließlich selbst von der Polizei und den Verbrechern gejagt wird. In Sam, einer Freundin von Sergio, findet er Unterstützung - doch dann gerät auch sie in Lebensgefahr.

Es bleibt nur ein Ausweg: Die Gejagten werden selbst zu Jägern.