Mittwoch, 31. Dezember 2014

[Rezension] White Horse von Alex Adams *Spoiler*

White Horse
Titel: White Horse             
Autor: Alex Adams
Seiten: 448
Verlag: Piper Leseprobe
Jetzt kaufen: Taschenbuch, Hardcover, E-Book                                                 
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Bewertung: 3,5 Sterne



Kurzbeschreibung lt. Piper

Dies ist die Legende vom Ende unserer Welt – und unserer Zukunft danach!
 
Eine Welt, die alle Hoffnung verloren hat. Eine junge Frau, die ihr ungeborenes Kind beschützen muss. Und ein uraltes Rätsel, das für uns alle zur tödlichen Gefahr wird… Die junge Zoe entdeckt in ihrer Wohnung ein merkwürdiges Glasgefäß, dessen Herkunft sie sich nicht erklären kann. Als sie den Behälter öffnet, breitet sich eine geheimnisvolle Seuche aus, »White Horse«. Unzählige Menschen sterben, das Ende aller Zeiten scheint gekommen. Zoe verliert nicht nur ihre Familie, sondern auch ihren geliebten Nick, der spurlos verschwindet und von dem sie schwanger ist. Auf sich allein gestellt, macht sich Zoe auf die Suche – wird sie Nick wiederfinden, um das Geheimnis von »White Horse« zu lüften?


Die Grundidee der Handlung

Die Amerikanerin Zoe kommt eines Tages von ihrer Arbeit nach Hause und findet in der Stille ihrer Wohnung einen verschlossenen Tonkrug. Laut Sicherheitsdienst hat niemand etwas für Sie abgegeben. Sie bekommt Angst wegen dem Ding, vertraut niemanden und beginnt wegen dem Ganzen eine Therapie. Kurz darauf werden ihre Freunde und Nachbarn plötzlich schwer krank...

Die Seuche "White Horse" bricht erst Monate später aus. Zoe hat überlebt und kämpft sich durch ein verlassenes Europa, auf der Suche nach dem Vater ihres ungeborenen Kindes. Sie bleibt nie allein und die Seuche ist nicht das Schlimmste wovor sie Angst haben muss.

Eine Welt, die durch eine außer Kontrolle geratene Entwicklung von Mikroorganismen zur Krebsbekämpfung entvölkert ist.  Verbleiben tun nur wenige immune Überlebende und die restliche Bevölkerung ist zu Monstern mutiert - kennen wir das nicht schon aus:  "I am Legend"???

Stil, Sprache und Aufmachung


Die Geschichte wird aus der Sicht der dreißigjährigen Zoe in zwei verschiedene Zeitstränge parallel geschildert. Diese sind Rückblenden von der Gegenwart in die Vergangenheit. Es geht immer im gleichen Rhythmus, von der Vergangenheit in die Gegenwart. Die einzelnen Abschnitte sind jeweils mit "Damals" und "Jetzt" abgegrenzt.

"White Horse" ist etwas verwirrend zu lesen. Die Jetzt-Ebene spielt in Europa, in Rückblenden wird Zoes Leben vor der Seuche bis zu ihrem Ausbruch näher beschrieben. Die Rückblenden sind jedoch nicht immer chronologisch angeordnet, was die Zuordnung weiter erschwert.

Sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart waren für mich unglaublich fesselnd. Die Autorin wirft immer wieder kleine Krümel an Informationen ein und hat mich bis zu den letzten Kapiteln zappeln lassen, dass Ende habe ich so echt nicht kommen sehen.

Auch der Schreibstil gefiel mir hier sehr gut. Es wurde bildlich geschrieben, und das hat eine noch schönere Atmosphäre geschaffen. Passend zu einer heruntergekommenen Zivilisation, wird es oft vulgär und gewaltsam.

Einige Logikfehler sind auch dabei: Wie genau der Krug in die Wohnung gekommen ist, bleibt unklar. Eigentlich erscheint es unmöglich, der Krug ist wie durch Zauberhand dort erschienen und bringt das verderben mit sich.


Die Aufmachung des Buches ist wunderbar gewählt worden, schön  Düster und Geheimnisvoll. Man erkennt auf dem Cover nicht, worum es in dem Buch geht und der Titel sagte mir persönlich auch nichts über dessen Inhalt. Muss ja auch nicht immer so transparent sein.

Figuren

Mit der Hauptdarstellerin konnte ich mich nicht so ganz anfreunden. Zoe ist extrem gefühlsarm, distanziert  und hatte vor der Seuche praktisch kein Leben. Insgesamt hat sie keine ausgeprägte Persönlichkeit und benimmt sich stellenweise unglaublich naiv.


Doch seit dem die Seuche gewütet hat, verändert sie sich rapide; folgt plötzlich einem Kerl, den Sie liebt und der sie geschwängert hat. Was soll das? Ich meine: Sie bringt sich und ihr ungeborenes Kind in Lebensgefahr, weiß nicht ob der Kerl noch lebt, will ihn aber um jeden Preis finden. Außerdem fehlt es der Liebesgeschichte an Leidenschaft - Nick ist und bleibt mir viel zu fremd.
Trotz  all diesen Umstellungen schafft es die Hauptprotagonistin Zoe, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren und daran festzuhalten. Im Allgemeinen sind die Protagonisten in dieser Geschichte nicht langweilig oder eintönig, der Leser bekommt hier viele Facetten und Veränderungen einer Person in sehr schwierigen Zeit geboten. 

Der Schweizer blieb mir die ganze Zeit eine sehr rätselhafte und bösartige Figur. Von allein bin ich nicht hinter "sein" Geheimnis gekommen!


Fazit - Bewertung: 3,5 Sterne

Mit "White Horse" hat Alex Adams einen brutalen Roman in einer finsteren Welt ohne Hoffnung erschaffen.  So blutig hätte ich das Buch eigentlich gar nicht erwartet.  Beim Lesen habe ich mir ein paar mehr Hintergründe zur Seuche und dem erwähnten Krieg gewünscht.

Ein Happy End nach grausamer Geschichte, war wirklich dringend nötig. Für mich ist die Geschichte abgeschlossen, bin aber gespannt was im Folgeband passiert, denn eigentlich könnte die Geschichte hiermit abgeschlossen sein.


Insgesamt war ich leider nicht so angetan von den fehlenden Informationen, daher vergebe ich nur  3,5 von 5 Sternen.